Planet Jumble - Ansichten eines Killerspielers

Heute habt ihr euch entschieden. Und die Entscheidung führte dazu, dass wir die nächsten vier Jahre von Schwarz-Geldb regiert werden. Aber die Behauptung, dass die Koalitionsparteien dazugewonnen hätten, ist eine Falschmeldung! Denn die Wahl wurde vor allem durch die Nichtwähler entschieden, welche deutlich mehr geworden sind. Betrachtet man das Ergebnis mal über die Gesamtheit der Wahlberechtigten, und vergleicht das mit der gleichen Analyse von 2005, ergibt sich folgendes Bild:

Bundestagswahl mit Nichtwählern Update

Mit ein wenig Kopfrechnen kann man somit klar sehen, dass Schwarz-Gelb im Vergleich zu 2005 zusammen 0,5 0,64 Prozentpunkte verloren hat. Und dennoch sind sie die klaren Sieger. Das ist euch zu danken, liebe Nichtwähler. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr in den nächsten vier Jahren zu den Verlierern der beschleunigten Umverteilungsprozesse gehört. Nicht zwingend, weil ich möchte, dass es euch schlechter geht – aber vielleicht hilft euch nur dies, um zu sehen, dass es noch viel schlechter gehen kann, wenn man die Neoliberalen schalten und walten lässt, wie es ihnen gefällt.

Noch eine Botschaft für die SPD: ihr habt es euch redlich verdient. Und für die Architekten eures Untergangs, die ja auch schon bekundet haben, dass sie diese Aufgabe gerne weiter fortführen möchten, habt ihr auch noch Applaus übrig. Seid ihr wirklich so dumm, zu glauben, dass ihr nicht für die Agenda 2010, nicht für eure schlimme Finanzpolitik (die den Heuschrecken überhaupt erst die gesetzliche Grundlage zum Kahlfraß gab), nicht für Gesetze wie rückwirkende Pfändung von 3 Monatsgehältern bei Firmenpleiten (ja, das kommt von der SPD, nicht von der FDP!) und nicht zuletzt für eure Kriegstreiberei abgestraft werdet?

Hört auf, die Schuld bei anderen zu suchen! Nicht der Erfolg der Linkspartei ist für euren Untergang verantwortlich (Umkehrschluss teilweise aber durchaus zutreffend), nicht eine historische, statistisch belgte Schwäche der Partei nach Phasen der Juniorpartnerschaft in großen Koalitionen, es war ganz konkret eure Politik nach 1998! Und solange sich die SPD nicht von Schröder und Co ganz klar distanziert (was ohne personelle Konsequenzen nicht funktioniert), solange wird es für die SPD weiter bergab gehen. Ihr habt schon 2005 geglaubt, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann. Jetzt glaubt ihr schon wieder daran, die Talsohle erreicht zu haben. Ich sage euch: es geht noch tiefer, noch viel tiefer. Aber dann steht Steinmeier sicherlich gerne als außerparlamentarischer Oppositionsführer zur Verfügung.

Update: die Zahlen basieren nun auf dem amtlichen Endergebnis von 2005 und dem vorläufigen von 2009. Dadurch vergrößert sich der “Verlust” sogar noch etwas.

Alle Isländer sind Terroristen

Erstellt am: 16.10.2008

Das sagt zumindest der britische Premierminister Gordon Brown. OK, OK, die Sache ist schon noch ein wenig komplizierter, aber dennoch ein schönes Beispiel dafür, wie sogenannte Anti-Terror-Gesetze missbraucht werden.

Dazu muss man wissen, dass den Isländern derzeit der Arsch kräftig auf Grundeis geht. Die Banken sind pleite, die Währung ist im Sturzflug und sogar die Lebensmittel werden knapp. In dieser Situation hat sich die isländische Regierung erdreistet, nur für die Bankeinlagen von Isländern zu garantieren, nicht z. B. für die von Briten. Um sich dafür zu rächen, hat Brown unter klarem Missbrauch des Anti-terrorism, Crime and Security Act 2001 Bankeinlagen von Isländischen Firmen und Privatpersonen in Großbritannien schlicht beschlagnahmt.

Und die Isländer sind sauer, sogar stinksauer. Klar, die Finanzkrise trifft alle, auch die Briten. Aber für Island geht es schlicht um das Überleben, kein anderes westliches Land erlebt derzeit so einen rasanten Absturz. Aber die wahren Verursacher werden belohnt, feiern erst mal kräftig die abgestaubten Milliarden und lachen über die vielen gescheiterten Existenzen weltweit. Da wäre wohl jeder gerne mal eine marode Bank.

Währenddessen hacken unsere Politiker weiter auf denjenigen herum, die am Wenigsten für die Finanzkrise können. Da kann ich echt nur empfehlen, sich mal anzuhören, was Oskar Lafontaine zu sagen hat – und nicht immer nur das, was die Bild und und unsere Regierung über ihn zu sagen haben…


Die Stimmung in einem wachsenden Teil der Bevölkerung, zu dem ich mich auch zähle, wird gerne mit diesem Totschlagwort abgetan. Was soll’s, die Leute sind halt faul und interessieren sich nur für die eigenen Belange. Ich kann ja nur für mich sprechen, und in meinem Fall ist das purer Selbstschutz! Wann auch immer ich mich mit der Politik in Bund und Ländern beschäftige, steigen Blutdruck, Herzinfarktrisiko und Magengeschwürwahrscheinlichkeit rapide an.

Sei es die fortschreitende Einrichtung des Überwachungsstaats, die mutwillige Zerstörung der staatlichen Rente (und die neueste Masche: jetzt wird die Pflegeversicherung kaputt geredet), natürlich der Evergreen Killerspieldebatte, die Patientenabzocke Gesundheitsreform, dem Aufschwung für die Oberschicht – wohin man auch blickt, man sieht nichts als Trümmer. Besonders deutlich machte es vor kurzem Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mit seiner Forderung nach Lohnsteuersenkung. Das ist nichts geringeres als ein Schlag mit Anlauf in die Fresse für alle Erwerbslosen und Geringverdiener, denen zuvor das Geld mit der Mehrwertsteuererhöhung aus der Tasche gezogen wurde, welches nun wenige Monate später vornehmlich an Besserverdienende ausgeschüttet werden sollte. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte…

Deutschland auf Halbmast

Wer sich das Elend noch ansehen kann, darf hier klicken, um weiter zu lesen.

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Sony, bitte sag mir:

Erstellt am: 23.02.2007

Weshalb lasst ihr nichts unversucht, uns Europäer von der PlayStation 3 zu vergraulen?

Nicht kaufen!

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Sony möchte die PlayStation 3 gar nicht wirklich verkaufen, insbesondere hier in Europa. Jedenfalls stolpern sie von einem Fettnäpfchen zum nächsten und beharren stur auf unpopulären Entscheidungen.

Zum Thema Rumble: OK, ich habe ja verstanden, dass ihr das für PS3-Spiele nicht haben wollt. Aber warum versucht ihr anscheinend krampfhaft auch noch Force-Feedback-Lenkräder von der PS3 auszusperren? Warum bietet ihr nicht den oft verlangten Adapter für alte PS1- und PS2-Controller an? Und warum verhindert ihr künstlich, dass solche Adapter von Fremdanbietern wenigstens bei PS1- und PS2-Spielen Rumble bieten?

Und jetzt kommt der nächste Kracher! Da hat sich Sony doch noch letztes Jahr dazu bekannt, dass die Abwärtskompatibilität zur PS1 und PS2 eine wichtige Eigenschaft des Geräts darstellt. Zitat: “…it’s important to make it as close to perfect as possible.” Schließlich haben auch die letzten Firmwareupdates diesbezüglich teils massive Verbesserungen gebracht. Und auf einmal ist das alles vergessen!

Denn es kommt jetzt schon eine neue Revision der Hardware, welche nicht wie zuvor alle wichtigen Chips der PlayStation 2 enthält, um eine nahezu hunderprozentige Kompatibilität herzustellen. Die neue Revision macht dies mit Software, welche zwar auf der einen Seite theoretisch einige Möglichkeiten zur verbesserten Darstellung bietet (was nicht heißt, dass die neue PS3 dies auch nutzt), aber auf der anderen Seite natürlich nicht die gleiche Kompatibilität aufweist. So heißt es bereits: “…PS3 to be compatible with a broad range of original PlayStation® (PS) titles and a limited range of PlayStation®2 (PS2) titles.” Viele PS1-Titel und eine beschränkte Auswahl an PS2-Titeln? Das ist sehr sehr weit entfernt von as close to perfect as possible! Zwar sollen in Zukunft weitere Updates die Kompatibilität zu mehr Titeln herstellen, aber es wird explizit gesagt, dass dies kein Hauptaugenmerk (mehr) ist.

Und das Beste am ganzen ist: wir in Europa kriegen gleich vom ersten Tag an nur die neue abgespeckte PS3! Kein einziges Gerät kommt auf den Markt, mit der man 99,9% der europäischen PS1- und PS2-Spiele spielen könnte, die US- und Japangeräte können nur die Titel aus der jeweiligen Region starten. Der einzige Vorteil dabei liegt auf Sonys Seite, weil das Einsparen der Chips natürlich die Herstellungskosten senkt. Aber denkt nur nicht, dass davon auch nur ein Cent an uns weitergegeben wird, ganz im Gegenteil! So ist der Preis in Europa (600€) schon höher als im Rest der Welt, und einige Euro-Länder wie Irland und Griechenland werden mit 630€ bzw. 660€ nochmal extra zur Kasse gebeten, und GB ist ein höherer Preis ja fast schon normal.

Das Tüpfelchen auf dem i ist dabei auch noch, dass man hierzulande auf unbestimmte Zeit nicht die Möglichkeit hat, die 100 Euro günstigere PS3 mit 20GB-Festplatte zu kaufen. Dabei ist diese ein echter Geheimtipp! Die Unterschiede zur 60GB-Version sind nämlich echt zu verschmerzen:

  • Die kleinere Festplatte lässt sich gegen eine handelsübliche Notebookfestplatte austauschen, zum Beispiel 120 GB ab 70 Euro. Der Austausch ist simpel, im Handbuch beschrieben und führt nicht zum Verlust der Garantie.
  • Den Kartenleser der 60GB-Variante braucht man nicht wirklich, und wenn doch: man soll auch einen handelsüblichen USB-Kartenlesen anschließen können. Oder man weicht auf USB-Sticks aus.
  • Das fehlende WLAN wird in zukünftigen Firmwareupdates über ein (nicht seltenes) Heimnetzwerk mit WLAN-Router vollständig ersetzbar sein. Außerdem soll man auch dafür zukünftig USB-Adapter verwenden können.
  • Die silbern glänzenden Zierleisten sind zwar schnieke, aber es gibt auch schon etliches Drittanbieter-Zubehör, wenn man seine PS3 unbedingt pimpen muss…

Unterm Strich kann man so für 30 Euro weniger den doppelten Festplattenplatz haben, oder mit weniger Platz auskommen und 100 Euro sparen. Aber laut Sony gibt es für die “kleinere” Version nicht genügend Bedarf. Ich frage mich nur, wie man diesen Bedarf misst…?

Fassen wir einmal zusammen, welches Angebot uns Sony mit dem PlayStation-3-Start am 23. März vorlegt:

  • Den weltweit höchsten Preis
  • Den spätesten Release (5 Monate nach USA und Japan)
  • Die schlechteste Abwärtskompatibilität
  • Eine veringerte Auswahl

Da kann ich wirklich nur noch einmal fragen: warum macht ihr es uns so schwer? :(

Der geplante Stau

Erstellt am: 12.10.2006

Region Braunschweig 2006/2007

Sieben Tausend Autofahrer Ungeduldig

Mein Arbeitsweg verstößt so langsam aber sicher gegen das Folterverbot. Da wurden vor ein paar Monaten noch hier und da und dort über die Dörfer verteilt kleinere nervige Sperrungen durchgeführt, teilweise gleichzeitig, das hat mich aber nur ein paar Minuten gekostet. Und als ich schon dachte, es wäre so langsam vorbei, kam es erst ganz dick.

Dazu muss man Nicht-Ortsansässigen noch kurz erklären: Wolfsburg ist hier in der Gegend eine sehr beliebte Stätte zum Arbeiten, aber wohnen möchten dort nicht sehr viele. Deswegen herrscht zwischen Wolfsburg und Braunschweig jeden Tag ein sehr reger Berufsverkehr. Ich wohne zwar noch etwas südlicher in der Nähe von Wolfenbüttel, aber zwischen Braunscheig und Wolfsburg gibt es ein Nadelöhr, welches im Wesentlichen aus zwei Strecken besteht: die Autobahn über A2 und dann A39 oder die Landstraße über Lehre (im Bild verdeckt).
Wie man auch erkennen kann, ist die A39 zweigeteilt, das Zwischenstück zwischen Braunschweig und Wolfsburg befindet sich schon seit Menschengedenken im Bau und wird nach aktueller Planung Ende 2009(!) fertig gestellt. Wenn nicht mal wieder zwischendurch die Baufirma pleite macht, kennt einer von euch noch die Holzmann AG? Also muss man sich auf absehbare Zeit zumindest auf einem Teilstück über einen der beiden oben genannten Weg begeben, oder besser gesagt quälen.

Habe ich schon erwähnt, dass in Lehre derzeit die Ortsdurchfahrt komplett saniert wird? So richtig schön über zig hundert Meter einspurig, mit Ampel geregelt, von mir aus gesehen auf dem Hinweg am Ortseingang. Es ist dabei kein Ende in Sicht, das wird sich wohl noch etliche Monate so hinziehen. Auf dem Hinweg geht es ja auch noch, da stehe ich für gewöhnlich höchstens ein bis zwei Ampelphasen (sprich 5 – 10 Minuten) extra in der Gegend herum. Aber auf dem Rückweg zieht sich der Stau durch das ganze Dorf und man braucht mindestens eine halbe Stunde dafür!

OK, denkt man sich, ich habe ja noch die Möglichkeit, über die Autobahn auszuweichen. Doch *RUMMS* wird dort auf der A2 die eine Fahrspur auch noch aufgerissen und beide Richtungen auf die andere Seite verlegt. Zig tausend Pendler stehen jetzt Tag für Tag parallel auf beiden Strecken im Stau und es ist kein Ende in Sicht. Wer das geplant hat, den sollte man… *SCHNITT* … und gleich noch… *ZENSIERT* …bis er lacht und dann geht es weiter mit… *GERICHTLICH UNTERSAGT* …so dass er so richtig schön… *VERBOTEN* …dieses miese kleine… *REST UNLESERLICH*.

So, jetzt geht’s mir etwas besser, zumindest bis morgen früh. Statt zwei mal 50 Minuten brauche ich inzwischen auf dem Hinweg 55 Minuten bis eine Stunde und auf dem Rückweg komme ich kaum mehr unter 1,5 Stunden davon. Und ich spreche hier nicht von Stoßzeiten, heute war ich z.B. von 18:27 Uhr bis 20:01 Uhr unterwegs.

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